Ahorn (Fam. Aceraceae)

Ahorn Einer unserer prächtigsten Laubbäume ist der Ahorn (Acer), wobei der stattlichste unter ihnen der Bergahorn (Acer pseudoplatanus) ist. Mit über 130 Arten wächst er von Mitteleuropa bis zum Kaukasus und wird bis zu 400 Jahre alt. Der Bergahorn wird bis zu 35 Meter hoch mit einer dichten, breiten, runden Krone und aufstrebenden Hauptästen. Er ist ein forstwirtschaftlich wertvoller Baum der Bergmischwälder, wächst bis in Höhen von 1500 bis 2000 m und verträgt sogar die abgasreiche Luft unserer Großstädte erstaunlich gut. Deshalb wird er auch gerne zur Parkbepflanzung eingesetzt.

Die Rinde des meist gerade gewachsenen Stammes ist graubraun und glatt, im Alter löst sie sich blättrig ab. Auf der Wetterseite ist sie oft dicht von Moosen und Flechten besiedelt. Die Blätter des Ahorns sind ungeteilt und gegenständig, das heißt, daß sie sich am Zweig direkt gegenüberstehen. Sie sind 10 bis 20 cm lang und bestehen aus fünf eiförmigen spitzen Lappen. Im Gegensatz zum Spitzahorn sind die Blätter des Bergahorns nicht so spitz zulaufend und außerdem tritt aus den Blattstielen beim Zerreißen kein Milchsaft aus. Im Herbst überrascht uns der Ahorn mit einer prächtig leuchtenden, gelborangen Färbung. Wer kennt nicht die wunderschönen Bilder des "Indian Summer" aus den USA, auf denen die herrliche Färbung dieser Bäume wunderbar zu erkennen ist?

Ahorn Die Blüten haben gelbgrüne Farbe und befinden sich an 5 bis 15 cm langen, hängenden Trauben. Da sie sehr reich an Nektar sind, ist der Ahorn ein begehrter Baum für eine Vielzahl von Insekten. Besonders typisch für den Ahorn sind seine Früchte. Hierbei handelt es sich um Spaltfrüchte, welche aus 2 Teilfrüchten bestehen und je an einem Flügel hängen. Im Herbst nach der Reife fallen diese dann wie ein Propeller vom Baum. Vielen ist diese Frucht unter dem Namen Nasenflügler oder Schraubenflieger bekannt.

Sehr geschätzt ist das Holz, speziell des Bergahorns. Als Splintholzbaum ist es durchwegs von gleicher, heller Färbung. Sehr typisch für Ahornholz sind die oft auftretenden Riegel oder Spiegel, die durch den welligen Faserverlauf entstehen. Dadurch, daß es hart und dicht ist, wird es neben der Möbelherstellung auch als Parkettholz eingesetzt. Weiterhin findet es Verwendung im Flöten- und Geigenbau und bei Drechsler- und Schnitzarbeiten. Durch seine sehr dichten Poren besitzt das Ahornholz eine seltene Eigenschaft: eine Arbeitsplatte aus Ahorn braucht nicht behandelt zu werden! Selbst hartnäckigste Flecken, wie etwa von Rotwein, verschwinden nach wenigen Tagen wie von Zauberhand.

Ahorn In den letzten Jahren kommt verstärkt kanadischer Ahorn zum Einsatz, speziell als Parkett. Allen ökologisch interessierten Käufern möchte ich vom Kauf dieses Holzes abraten, da ein Großteil aus Kahlschlaggebieten stammt. Großkonzerne holzen hier riesige Urwälder gnadenlos ab - nicht besser als die Abholzung des tropischen Regenwaldes. Wenn Sie trotzdem nicht auf kanadischen Ahorn verzichten wollen, so verwenden Sie wenigstens Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Aber lassen Sie sich unbedingt zuverlässige Zertifikate zeigen!

In der Volksmedizin werden gequetschte Ahornblätter bei Insektenstichen, Entzündungen oder geschwollenen Füßen eingesetzt, überall da, wo zuviel Hitze im Spiel ist. Da verwundert es nicht, daß der Ahorn als Baum der Besinnung gilt. Sein Holz ist nicht unruhig, rustikal, aufdringlich, sondern es ist fein und zurückhaltend und bildet einen ruhigen Gegenpol in unserer hektischen, umtriebigen Zeit.